Glück ist immer eine Frage der Perspektive. Vorteile werden, von einem anderen Standpunkt aus betrachtet, in Sekundenschnelle zu Hindernissen. Und beleuchtet man sie von den übriggebliebenen Seiten sind sie meistens wie 19jährige Mädchen: Durchschaubar, fehlerhaft und man kann sie nur für kurze Zeit genießen.
Es dauert nie lang, bis man auf die Klinge der Realität trifft, die uns von der Glückssträhne befreit, die uns die ganze Zeit vor den Augen hing und den Blick fürs Wesentliche verlieren ließ.
Da sind wir: Im Zeitalter, in dem es immer etwas zu meckern gibt. Der schönste Zustand fuckt uns zutiefst ab, nur beim Gedanken daran, dass er, egal wie schön, vergänglich ist. Zuverlässige Freunde werden zum Mythos, die große Liebe zum Epos und Harmonie schlichtweg zum pausenfüllenden Lacher.
Es sind kaum noch die bekannten charmanten Antworten auf unpassende Fragen übriggeblieben. Zu viel ist zu stressig, zu wenig deprimierend. Die unbekannt-bekannte „goldene Mitte“ schiebt immer ein „circa“ vor sich her, klare Ansagen und unpassende Wahrheiten scheinen nicht mehr zu passen, zu viele Menschen sind aus dieser Attitüde herausgewachsen. Alles dreht sich um sich selbst, Erwartung und Reaktion vervollständigen sich im geschrienen Oxymoron dieser Generation.
Und trotz dieser in den Weg geworfenen, allesversperrenden Hindernisse konfrontiert man uns mit Fragen wie: „Was denkst du?“, „Was tust du?“ und dem wirklich perversen Brechmittel „Und was ist mit Liebe?“
Hat man dann die Eier, seine (auf einem aus Erfahrungen gegossenen Fundament stehenden) Überzeugungen kund zu tun, tut es einem trotzdem Leid, denn die enttäuschten Mienen flößen einen Cocktail aus Reue und Frustration ein, der die so schwer erlangten narzisstischen Adern zu einer Fläche aus Selbstmitleid erfrieren lässt, auf dem die Optimisten mit deinem Ego Hockey spielen.
Bei dem ganzen Gesülze frage ich mich, wo bzw. was die Quelle dieser immer wiederkehrenden Hoffnung ist. Sind wir bezüglich der Facetten schöner Dinge farbenblind geworden oder sind Traumwelt und Leben so ineinander verschwommen dass keine realitätsverseuchte Linse im Spektrum pessimistischer Konstrukte eine klare Trennung vollziehen könnte?! Sind wir verzweifelt oder einfach nur müde?
Ich will den Satz von Manson etwas ändern und sagen: Ich wurde nicht mit genug Daumen geboren!
AntwortenLöschenWirklich geil!!!