Montag, 20. September 2010

Kämpfen und kämpfen lassen

Verdammt. Das gilt übrigens nicht nur dem Montag, nein, sondern dem Fakt, dass ich jetzt innerhalb von 3 Wochen schon den 2.Tag innerhalb meiner Arbeitszeit krank bin und dass ich nicht die Kraft habe, neben der anstrengenden Beschäftigung auch noch um die Gunst meiner Mitarbeiterinnen und Chefin zu kämpfen. Ich weiß, im Kindergarten tummeln sich derartig viele Keime, dass man anfangs immer mit einer beliebigen Kinderkrankheit zu kämpfen hat und außerdem sollte man aufgrund einer Krankheit, und diese ist zu 100% unfreiwillig, und deren Konsequenz des Nichterscheinens am Arbeitsplatz nicht in seiner Arbeitsbereitschaft und –qualität degradiert werden.
Warum sollte ich überhaupt darum kämpfen? Trotz FSJ bin ich doch vollwertiges Arbeitsmitglied, oder nicht? Auch wenn ich aus staatlicher Sicht nicht die nötige Fachkompetenz aufweise, so erledige ich doch nichts anderes als die dort ausgebildeten Fachkräfte. Warum also kämpfen müssen, wenn man gleichwertiger Mitarbeiter ist?
Ich komme nicht umher, Parallelen zu ziehen. Warum muss man um die besten Freunde kämpfen, warum muss man sich immer der Liebe beweisen? Nur, weil wir so gern die Unnahbaren spielen? Wobei, wenn  man bedenkt, spalten sich hier die „Lebenstaktiken“ – in „leicht zu haben“ und „schwer zu haben“. Eine meiner besten Freundinnen lebt ganz unter der Erstgenannten, auf den ersten Blick zumindest. Sie scheint der sprichwörtliche „Leicht zu haben, schwer zu halten“-Typ zu sein. Genauer betrachtet ist sie eigentlich garnicht zu haben. Doch trotz Allem braucht sie es, wie wir alle – um sie soll gekämpft werden, um mich soll gekämpft werden - scheiße – um wen nicht?
Doch in jedem Fall, ob leicht zu haben oder nicht, erfordert Sympathie und Loyalität immer den Kampf, die Beweise und die viel zu seltene Selbstaufopferung. Doch lohnt sich das alles? Wenn wir dann haben was wir wollen, und es genossen haben, werden wir es dann nicht immer, mehr oder weniger freiwillig, wieder los?
Lohnt sich das kämpfen und kämpfen lassen?
Während ich nun erneut mit einer kinder-ausgelösten Krankheit kämpfe, wohl wissend, mich bei der nächstbesten Gelegenheit erneut zu infizieren, sitzen viele von uns zu Hause und überlegen. Fragensteller, hilfsbedürftige Hilfespender, das zweibeinige Paradoxon unserer Zeit. Sender und Empfänger, geben und nehmen, und das alles in der Ungewissheit ob das Eine und das Andere jemals ein akzeptables Ergebnis hervorbringt.

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