Es ist der Montag nach meinem dreiwöchigen Leipzig-Aufenthalt, nach einer dreiwöchigen Mischung aus Zufriedenheit, Ausgeglichenheit und dem Hinabtreiben in den finanziellen Ruin. Doch trotzdem waren es die schönsten drei Wochen seit......ach, seit Langem.
Und was folgt nun darauf? Ich sitze vor dem Fernseher, schaue erstklassige Liebesfilme mit zweitklassiger Regie und drittklassigem Bekanntheitsgrad; erst "Save the last dance" und jetzt meine neueste Errungenschaft "Verrückt/ schön" - eine total zugeknallte Kirsten Dunst und irgendein zuckersüßer, lolipopklebriger unbekannter Jungschauspieler. Der seit Langem authentischste Film in Sachen "aufgewärmte Romeo und Julia - Story alá reiches Mädchen und armer attraktiver, ´eigentlich intelligenter´ Ghettoknabe", das ganze gipfelt in biethnischem Konflikt und anschließendem Happy End.
Aber trotz alledem ein guter Film, der sich irgendwie doch von seinesgleichen unterscheidet.
Er macht etwas melancholisch und lässt an die ersten Momente erinnern, den berühmten ersten Kuss, den zaghaften zweiten Kuss und die ganze Verliebtheits-Show - wer kennt sie nicht.
Gerade kam die Szene, in der die beiden sich an einer Mauer gegenüberstehen und sich gestehen, wie gern sie sich jetzt küssen würden. Er meint, es sei der falsche Moment, und einige knisternde Augenblicke später küssen sie sich natürlich trotzdem.
Wie oft kommt so erwas vor?
Man denkt sich, oder sagt es gar laut, wie unangebracht es jetzt wäre, die Hand zu nehmen, den Menschen zu küssen, jetzt nebeneinander liegend Film zu schauen - und trotzdem tut man es. Und ich rede nicht nur von Vollsuff-Pannen, sondern allgemeinen Vorkomnissen, die man hätte verhindern sollen. Oft war es generell unnltig, da man die Person garnicht wollte, oder es war unpassend, da man gerade aus einer anderen Geschichte herausgeplatzt war oder man weiß von vorneherein dass die Person nicht gut ist für sich, oder umgekehrt.
Eine gute Freundin meinerseits hat dies schon stänidig getan: Menschen geküsst, verführt und anschließend fallen gelassen - obwohl sie schon vor dem ersten Kuss wusste, dass sie nur Verletzung übrig lassen wird und einen Haufen Fragezeichen.
Tja, und warum tun Menschen (ich nehme mich da nicht aus!) so etwas? Warum können wir uns nicht beherrschen, obwohl wir doch nur zu gern rational sind und neunmalklug allemal?
Und warum tun wir es immer wieder? Brechen wir gern Herzen, ist das die unscheinbarste Art Aufmerksamkeit zu erlangen bzw. das eigene Ego zu pflegen?
Und warum tun wir es, obwohl diese Opfer der unfähigkeit sich zu beherrschen so schön sind, so gut, und eigentlich unentbehrlich?
Wir sind einsam, so wie ich gerade und so wie der Typ im Film. Schade, dass so etwas Unüberlegtes nicht immer zu so etwas Schönem, Schnellem, so Anderem führt und bis in die Ewigkeit andauert.
nachdem ich jetzt alles gelesen habe, keine ahnung habe wie ich dir sonst schreiben soll, versuch ich es mit diesem kommentar...
AntwortenLöschenobwohl ich zum einen euphorisch erstaunt bin über fast jeden Text, finde ich jenen hier am "ehrlichsten". Du gibst mehr von dir preis als in den anderen wie ich finde, und das nicht auf den ersten Blick! Vielleicht ja auch gar nicht beabsichtigt, vielleicht habe ich auch alles fehlinterpretiert...glaub ich aber nicht. wow!