Samstag, 12. März 2011

Pi, x und Menschlichkeit

Eigentlich ist unser Leben eine sich selbst ergänzende Gleichung. Immer wieder spielen verschiedenste Faktoren eine Rolle, scheinbar winzige Erfahrungen, Empfindungen oder Entscheidungen die das Ergebnis plötzlich komplett verändern und es sogar vom Negativen ins Positive wandeln – auch das Gegenteil ist allerdings möglich. Man addiert Menschen zu und subtrahiert sie vom eigenen Leben, um zu erreichen, dass die Gleichung doch irgendwann, irgendwie wieder aufgeht. Manchmal wird man gezwungen das komplette emotional-mathematische Konstrukt durch neu auftretende Pflichtbewusstseinsquotienten zu teilen. Manche entscheiden sich dafür, alles was war und nicht hätte sein sollen in allesvergessenlassende Klammern zu setzen und dem eine neue Parabel, etwa einen besonderen Menschen oder eine erfüllende Tätigkeit, voranzusetzen um so die ganze Gleichung mit einer Art Motivation zu überschreiben. Der Haken bei der Sache ist, dass die bekannten Faustregeln der Mathematik im tatsächlichen Leben nicht gelten. Ganz davon abgesehen, dass wir niemals die Chance haben werden, auszurechnen, was er oder er nun eigentlich von mir will, oder was das Gegenüber damit oder damit bezwecken will. Ursachenforschung ist nun mal nicht Aufgabe rational aufgebauter Wissenschaften. Was die Lebensgleichung auch überhaupt nicht zu begünstigen scheint ist die mathematische Regel, minus mal minus ergäbe plus. Wie schön wäre es, wie viel leichter wäre das Leben. Doch wenn sich die negativen Erfahrungen oder Faktoren zu Konstanten entwickeln, ist es schier unmöglich sie durch jegliche Kalkulation aus dem Leben zu streichen. Hierauf bezogen gilt in meinem zwischenmenschlich-mentalen Rechenschieber immer „Punktrechnung geht vor Strichrechnung“. Ich schwöre auf die Methodik, sich mit dem Punkt zu beschäftigen, an dem der Ärger anfing, bevor ich mich entscheide etwas aus meinem Leben zu streichen. Ob dies erfolgreich ist sei dahingestellt, jedoch habe ich so das Gefühl, dass, wenn die Gleichung einmal ausgeschrieben ist, ein Rest bleibt, der mir irgendwie zeigt, dass ich meine Abschlussprüfung in emotionaler Mathematik für Praxis im Alltag bestanden habe.
Das Problem hierbei, wenn man ständig einklammert und versucht, alles mit Motivatoren zu multiplizieren um die Nenner für das eigene Leben sich praktisch von Quartal zu Quartal ändern, ist, dass man die Übersicht verliert. Man verliert den Fokus darauf, an welcher Stelle man gerade gerechnet hat, man scheint nicht mehr zu wissen, ob man etwas zufügen oder abziehen soll – das führt letztendlich dazu dass man das ganze, bereits verechnete und sauber in das Ziffernbuch emotional unlösbarer Gleichungen eingetragene erneut von ganz vorn aufrechnen muss. Dann klebt man an der Vergangenheit und vernachlässigt die Gegenwart, denn wie ich anfangs sagte, die Gleichung ist selbstständig. Sie fragt nicht ob wir eine Pause brauchen, ob es zu schnell geht, nein, sie rechnet einfach immer weiter. Es gibt hier keinen Definitions- oder Wertebereich, der das Ergebnis eingrenzt. Nein es ist wahrlich grenzenlos. Wenn man dann den Zwischenstand betrachtet, schleicht sich immer wieder diese eine kleine schmierige Konstante ein, die die ohnehin selten bestehende Logik dieser Gleichung komplett vernichtet und so oft man versucht etwas auszugleichen, so bieten sich gerade durch diese Konstante, diese Kraft, die Wissenschaft, Biologie, Theologie und sogar Esoterik etc. vor ein Rätsel stellt, die neusten und schönsten Wege und in der Regel, und das ist sicher, geschehen dann Dinge, mit denen man nie gerechnet hat.

2 Kommentare:

  1. Wortlos lege ich Stift und Zettel in eine Kiste, versiegele meine Tastatur, denn ich merke mehr und mehr: ich will nciht mehr schreiben, weil mein Kram nicht an das herankommt! Ich bin stolz auf dich!

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  2. Die Lösung für ein Problem verändert das Problem.

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