Was wir erleben, alles Nehmen und Geben; was uns
erschüttert,belebt,zerstört - alle Vorgänge der Interaktion sind angetrieben
von Bedürfnissen. Am Anfang jeden Dialogs muss die Frage nach dem "Was
brauche ich?" geklärt sein. Nunja, das mit dem Brauchen ist allerdings so
eine Sache. Ein Bedürfnis kann zuweilen nur durch Fremdeinwirkung gestillt
werden. Die Erfüllung eines dringlichen Bedürfnisses durch externes Eingreifen
oder Reagieren bezüglich der Situation schafft Abhängigkeit. Denn
meistens....ja meistens, da hat der externe Faktor einfach keine Lust oder
erkennt sich die Befähigung zur Rettung des metaphorisch-tatsächlichen Seelenheils
selbst ab. Da bleibt dann nicht viel außer fuck me, fuck off und tschüß. Und eben
das Bedürfnis, das kratzt und juckt - und das verschwindet nicht. Durch seine
eigene Nichterfüllung wird es erst angetrieben und das ist schlichtweg pervers. Es ertrinkt
nicht im Mischkonsum, erstickt nicht am Rauch und man schwitzt es nicht beim
Tanzen raus. Es verlässt uns nicht. Es sitzt drinnen und belächelt den Aufwand
den wir betreiben um es loszuwerden. Es lacht uns aus. Und irgendwann haben wir
vergessen wie es heißt und lassen zu, dass es mit uns spielt. Niemand kann es rufen und seine bewusste
Aufmerksamkeit erwecken. Und so macht es uns wahnsinnig. Fakt ist: Die Person, die
sich aus der Schuldfrage zu allererst herausantworten wird, und das ist sicher,
ist der Mensch der das verdammte Bedürfnis erweckt und dann die Befreidigung
dessen verwehrt hat.
Natürlich, ja ich weiß, man ist sich selbst der Nächste und
soll sich selbst glücklich machen. Liebe Menschen: Wenn die „Was brauche ich“ –
Frage allerdings nie, aber auch wirklich niemals nach Eigenliebe und
Selbstaltruismus verlangt, entsteht, und das bedauere ich wirklich immer
wieder, das Bedürfnis nach Abhängigkeit. Da ist nun der Knackpunkt: Was tun
wenn das große Bedürfnis eine Sache ist die nicht glücklich machen kann – und doch genauso das Nichterfüllen dessen
glückstechnisch destruktiv ist? In diesem Sinne, es ist gefühlter Sonntag und
somit erst recht kein Platz für Optimismus.
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