In den letzten Tagen habe ich darüber nachgedacht, wie ich es endlich schaffe mich mal um mich zu kümmern. Nach allem Auf- und Abwiegen forderten die Überlegungen die naheliegendste Lösung: Egoismus. Doch wie soll ich das bitte schaffen? Gerade ich, die das Therapieren gerngekannter Menschen ihr liebstes Hobby nennt, die im Falle der kleinsten Verliebtheit das Handtuch vor der Selbstachtung wirft und diese einfach nackt und zitternd dastehen lässt? Ich versuche mir beim eigenen Wandel von "eigentlich ok" zu "viiiiel zu umständlich aber nöig" immer ein Beispiel an allen inspirierenden Menschen zu nehmen. Also es gibt die Art Egomanen, die eigentlich nicht egoistisch sind aber durch gewisse Katalysatoren wie z.B., Alkohol oder einfach nur Adrenalin dieses Wissen über Bord werfen und damit den Menschen das Genick brechen, die nur so unwissend im Wasser treiben und garnicht ahnen, dass der Kutter neben ihnen nicht nur geladen ist sondern noch den ein oder anderen egoistischen Vorwurfstorpedo abzufeuern bereit ist.
Diese Art Egoismus ist allerdings nicht die Konsequenteste, und wenn ein Kapitel der Egoismusbibel wichtig ist, dann absolute Konsequenz. wie viele gute, sympathische aber aus Selbstärgernis gewählte Egomanen sind daran gescheitert, im entscheidenden Moment nachgelassen zu haben. Man darf den Egomanie-Grund vergessen, man darf die Egoismus-Opfer vergessen, die unfairen Mittel, selbst die eigenen verdrängten, mit Egoismus überschminkten Fehler - aber niemals sich selbst.
Eine andere Art Egoist ist der Schlag Mensch, der sich - wie schön - niemals vergisst, darüber hinaus jedoch alle anderen Menschen und zwar nicht nur in Momenten in denen die Egomanie siegt, sondern generell und so verbohrt werden, dass dies zum Dauerzustand wird. Hat aus meiner Perspektive das Defizit, dass ich dann der Therapie-Begierde nicht mehr fröhnen durfte.
Die goldene Drei in dieser Reihe der selbstbezogenen Clowns im Zirkus der emotionalen Krüppel sind jene Art Egomanen (und ich hasse sie!) die das großartige Grundpotenzial, praktisch das Talent zum Egoisten in die Wiege gelegt bekamen und es verschwenden, indem sie sich gegenüber nicht eingestehen wollen, solche Arschlöcher zu sein, und dann doch im Falle der Verletzung ihres Stolzes die Gleichsetzung mit einem ihrer egentlichen Art verlangen. Diese Art Mensch, der alles Gute dieser Welt mimt und dann trotzdem furchtbar eifersüchtig und rachsüchtig und auch noch stolz ist. Menschlich gesehen ist dies das Grundmodell jedes menschlichen Charakters - sich verdrängen und nur dann zulassen, wenn es einen Vorteil bringt. Doch aus der Sicht eines Egoisten in spé ist das einfach nur beleidigend.
Bald mehr zu diesem Thema.......
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