Donnerstag, 7. Oktober 2010

Irritationen

Wie irritierend. Ich sitze zu Haus, höre David Bowie und habe rein gar nichts zu tun. Kein aufwaschen, kein aufräumen, kein auf- und abregen. Während meine Mutter zu „We can be heroes“ durch den Raum tänzelt denke ich über Helden nach. Beim Prinzip des Helden geht es doch um die Stärke des Menschen als einzelner. Warum heißt es dann in allen Liedern, Geschichten etc. „We are…..“? Sind wir denn, oder bin ich? Hatten nicht alle Helden  ihre treuen Begleiter ohne die sie keinen Meter zu laufen gewagt hätten? Seinen es Luke Skywalker und Han Solo, Bonnie und Clyde oder Faust und Mephisto?
Sind die Menschen denn nun eigentliche Einzelgänger die einfach nur die Gesellschaft anderer Einzelgänger schätzen oder sind wir nur getrennte Kollektive die wieder zueinander finden möchten? Wir alle wollen, ob allein oder nicht, unsere Autonomie. Wir wollen auch im Zusammensein nicht unsere Einzigartigkeit verlieren und unsere Individualität um jeden Preis bewahren. Ob wir das nun versuchen, indem wir uns querstellen und uns voller schlechter Vergangenheitserinnerungen und blasser Zukunftsvisionen bepackt auf einen Egotrip durch die Facetten von Einsamkeit begeben oder uns einfach vom Strom der uniformen Individualitätsgezeiten mitreißen lassen – am Ende merken wir doch, dass beide Reisen sich allein nicht lohnen. Aber was denn nun, allein oder allein mit jemandem?
Wiegt man die Vorzüge und Nachteile auf, ist es letztendlich doch egal, ob man mit der Angst lebt für immer allein zu sein oder mit der angst das gegenüber zu verlieren, mit der Zufriedenheit lebt ganz man selbst zu sein oder ein halbes Wir oder ob man auf jene eifersüchtig ist die allein und sorgenfrei oder liiert und sorgenfrei sind.
Doch hierbei sollte man andere Begleiter auf der Reise durchs Ich nicht missachten. Denn neben allen klebrig süßen Pärchen und jeglichen heißblütigen Liebhabern stehen immer die guten Freunde, die, die sich alles anhören und es mehr oder weniger mit- und nachempfinden können. Diese Gruppe Menschen ist mir in meinem Universum am liebsten. Nicht die Freunde, die erzählen und erzählen lassen oder jene, die von sich behaupten die besten Freunde zu sein und gerade erst gelernt haben, das Wort zu buchstabieren…..nein, die Menschen die über meinen schwachsinnigen Humor lachen können, meine Macken akzeptieren und aushalten, selbst wenn sie sie nicht verstehen, die Leute die Sprunghaftigkeit verzeihen, deren Geburtstag ich mir nicht merken muss und die mich trotzdem lieben. (jene sollten sich in diesen Aussagen wiedererkannt haben ;) )
Denn am Ende ist auch der klügste Kopf und der klarste Verstand für sich allein ohne Zeitvertreib und Sinn auf dieser Welt und auch die Einsichten klardenkender Beziehungloser möchte ebenso geteilt werden wie die der verblendeten „Wirs“.

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