Ich war auf dem nach Hause Weg und stellte die typischen Fragen aller psychisch verwirrten und emotional hungrigen Fragenstellern: Warum ist es wie es ist? Bin ich dran Schuld? Ist es gut so, oder schlecht? Lässt es sich ändern, wenn ja, wann ist es endlich soweit? – Und stoppte plötzlich. Warum stellen wir uns eigentlich immer wieder die gleichen beknackten Fragen, stoßen wieder und wieder auf den ausgeschöpften Kessel mit Antwort, dessen Inhalt das Gefäß voller Pseudohoffnung zum überschwappen bringt?!
Ich stelle mir nach verdammten 1460 Tagen voller Enttäuschung über konstanten Erkenntnismangel immer noch dieselben Fragen! Ich höre seit Jahren am Telefon dasselbe Augenrollen und dieselben Standpauken von meiner besseren Hälfte, ich rätsele seit Jahren ob es nun zu meinem Vorteil ist allein zu sein oder nicht.
Warum haben wir ständig emotionale De-ja-vús? Im Dialog mit sich selbst steht man immer wieder vor dem eigenen ratlosen Ich, das uns keinen Weg weisen kann - nachdem es aber ohne zu fragen begonnen hat diesen zu gehen.
Sind wir festgefangen in diesem immer wieder kehrenden Kreislauf aus Glückseligkeit, Streben nach noch mehr und tierisch schmerzhaftem Aufschlagen auf dem allseits bekannten Boden der Tatsachen?
Laut dem buddhistischen Glauben wird man immer wieder geboren – die Form der Reinkarnation hängt davon ab, was man sich im vergangenen Leben geleistet hat. Ist es bei zwischenmenschlichen Beziehungen dasselbe? Müssen wir so lang an der gleichen Stelle stolpern bis wir lernen sie zu überwinden? Das Problem in diesem Lernprozess wäre, dass sich durch das ständige Treffen neuer Menschen mal für mal neue Probleme auftun, mit denen man lernen muss umzugehen. Ist das Leben denn tatsächlich ein Parcour voller zu überwindender Hindernisse, die sich uns dann in den Weg stellen wenn wir meinen uns ausruhen zu müssen? Oder sind diese Hindernisse nötig um zu verstehen worum es geht? Oder noch viel schlimmer: Existieren diese Hindernisse gar nicht und wir erschaffen sie uns selbst, aus dem einfachen Grund sonst zu glücklich zu sein? Diesen Eindruck hab eich allerdings: In einer guten Freundschaft beispielsweise geschieht es oft, dass einer von beiden den Vertrag bricht und sich in die mentale Intimität reinsteigert. In Beziehungen ist es dasselbe: Läuft es (endlich!) mal so richtig gut, dann beginnt man sich zu fragen, was wohl nicht stimmt, wann Probleme auftauchen, wo sie sich verstecken. Manche tun das in dem Wissen das diese da sind, lassen sich jedoch nicht unterkriegen und kämpfen dagegen an, andere lassen diese Dinge auf sich zukommen und lassen dies auch so oft geschehen bis sie davon ausgehen dass diese immer existieren – Willkommen bei Optimist vs. Pessimist. Sind wir denn nun alle Optimisten weil wir versuchen trotz der Probleme weiterzumachen? Oder sind wir Pessimisten weil wir uns die Probleme hierdurch ständig vor Augen führen?
Wollen wir glücklich sein, oder suchen wir diese Fehler? Könnten wir uns tatsächlich damit abfinden, gesetzt den Fall alles wäre makellos perfekt und harmonisch (je nach den eigenen Vorstellungen hiervon)?
Manchmal denke ich dass es in der menschlichen Natur liegt, beschäftigt werden zu wollen. Und wie immer ist der Mensch so extrem, dass er selbst sein Glück in Frage stellt, nur um etwas zu tun zu haben. Aber naja, allein ist es eben langweilig. Und allein und glücklich ist es eben „gestört“….. oder gesund?
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